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Festplatten formatieren, mounten, Backups mit `rsync`

Docker SELF
Level 6 , Lektion 6
Verfügbar

1. Schritt 1: Neue Festplatte formatieren

Willkommen im praktischen Teil unserer Reise durch die Dateisysteme! Heute fassen wir alles zusammen, was wir in den vorherigen Vorlesungen über Formatierung, Einhängen und Backups gelernt haben. Und außerdem: Falls du jemals versehentlich den USB-Stick deines Chefs mit wichtigen Dokumenten formatierst, weißt du genau, wie du das wieder hinbiegen kannst. Oder du bist zumindest bereit, dich für einen anderen Job umzuschulen.

Szenario

Stell dir vor, du hast deinem Computer eine neue Festplatte hinzugefügt, die bisher noch leer und in deinem System nicht einsatzbereit ist. Wir kümmern uns jetzt darum, sie zu formatieren.

Vorgehensweise:

1.1 Angeschlossene Geräte überprüfen

Als Erstes müssen wir herausfinden, wo sich unsere neue Festplatte befindet. Dazu benutzen wir den Befehl lsblk:

lsblk

Wenn alles korrekt angeschlossen ist, solltest du etwas in der Art sehen:

NAME   MAJ:MIN RM  SIZE RO TYPE MOUNTPOINT
sda      8:0    0  100G  0 disk 
├─sda1   8:1    0   50G  0 part /
├─sda2   8:2    0   50G  0 part /home
sdb      8:16   0  500G  0 disk

Hier ist sdb unsere neue Festplatte. Sie hat derzeit noch keine Partitionen.

1.2 Dateisystem auf der Festplatte erstellen

Angenommen, das Dateisystem ext4 passt für dich. Um es zu erstellen, verwenden wir mkfs:

sudo mkfs.ext4 /dev/sdb

Nach dem Ausführen des Befehls ist das System bereit, mit unserer Festplatte zu arbeiten. Denk daran, dass das Formatieren alle Daten auf dem Gerät löscht. Also, wenn du gerade die Festplatte deines Chefs erwischt hast und dabei bist, sie zu formatieren – hör auf. Schnell.


2. Schritt 2: Einbinden der neuen Festplatte

Jetzt binden wir die frisch formatierte Festplatte ins Dateisystem ein.

2.1 Einbindungspunkt erstellen

Wir brauchen einen Ort, an dem die Festplatte eingebunden wird. Normalerweise ist das ein Ordner. Zum Beispiel erstellen wir einen Ordner in /mnt:

sudo mkdir /mnt/newdisk

2.2 Festplatte einbinden

Binden wir die Festplatte ins System ein:

sudo mount /dev/sdb /mnt/newdisk

Um zu prüfen, ob alles funktioniert, nutzen wir den Befehl df:

df -h

Du solltest /mnt/newdisk und deine Festplatte in der Liste sehen.

2.3 Automatische Einbindung konfigurieren

Damit du die Festplatte nicht jedes Mal manuell einbinden musst, fügen wir sie zur Datei /etc/fstab hinzu. Dafür erfahren wir die UUID des Geräts mit blkid:

sudo blkid /dev/sdb

Die Ausgabe sieht etwa so aus:

/dev/sdb: UUID="abcd-1234-efgh-5678" TYPE="ext4"

Diese Zeile fügen wir in /etc/fstab ein:

UUID=abcd-1234-efgh-5678 /mnt/newdisk ext4 defaults 0 2

Jetzt wird die Festplatte bei jedem Systemstart automatisch eingebunden.


3. Schritt 3: Archivierung von Daten

Angenommen, auf deiner Festplatte gibt es einen Ordner /mnt/newdisk/data, den du vor dem Backup archivieren und komprimieren möchtest.

3.1 Erstellen eines Archivs mit tar

Wir erstellen ein Archiv des Ordners data:

tar -cvf data_backup.tar /mnt/newdisk/data

3.2 Komprimierung des Archivs mit gzip

Wir komprimieren das erstellte Archiv:

gzip data_backup.tar

Jetzt hast du die Datei data_backup.tar.gz. Sie ist kleiner und einfacher zu transportieren.


4. Schritt 4: Backup mit rsync

Wir sind bereit, ein Backup zu erstellen. Wir verwenden rsync, um Daten auf einen anderen Server oder an einen anderen Speicherort zu übertragen.

4.1 Lokales Backup

Wenn du ein Backup des Ordners data in ein anderes Verzeichnis erstellen möchtest, führe folgendes aus:

rsync -av /mnt/newdisk/data /mnt/backup/

Optionen:

  • -a aktiviert den Archivmodus, behält Zugriffsrechte und die Verzeichnisstruktur bei.
  • -v zeigt detaillierte Ausgaben an.

4.2 Backup auf einen Remote-Server

Wenn du Daten auf einen Server übertragen musst, nutze:

rsync -av /mnt/newdisk/data username@remote_server:/backup/

Vergiss nicht, username durch den Benutzernamen auf dem Server und remote_server durch die Serveradresse zu ersetzen.


5. Schritt 5: Einfaches Backup mit scp

Manchmal ist es am einfachsten, scp zu verwenden. Zum Beispiel, wenn wir unser Archiv direkt auf einen Server übertragen möchten:

scp data_backup.tar.gz username@remote_server:/backup/

Das kopiert die Datei data_backup.tar.gz auf den Remote-Server in den Ordner /backup.


6. Schritt 6: Überprüfung der Funktionsfähigkeit des gesamten Prozesses

Hier ist ein kurzer Ablaufplan, den wir implementiert haben:

  1. Wir haben ein Dateisystem auf der neuen Festplatte erstellt.
  2. Die Festplatte wurde gemountet und ihr automatisches Mounten konfiguriert.
  3. Die Daten aus einem Ordner wurden archiviert und komprimiert.
  4. Wir haben ein Backup der Daten mit rsync und scp erstellt.

Jetzt überprüfe, ob deine kopierten Daten zugänglich sind. Versuche, data_backup.tar.gz auf dem Zielserver zu entpacken:

gunzip data_backup.tar.gz
tar -xvf data_backup.tar

Deine Daten sind wieder da, lebendig und unversehrt. Du kannst aufatmen.


7. Besonderheiten und mögliche Fehler

  • Wenn du eine Meldung wie device or resource busy beim Aushängen siehst, stell sicher, dass das Gerät nicht von einem Prozess verwendet wird. Verwende dazu fuser:

    fuser -m /mnt/newdisk
    
  • Falls du /etc/fstab falsch konfiguriert hast, könnte das System nicht starten. Verwende den Wiederherstellungsmodus oder teste die Änderungen vorher:

    sudo mount -a
    
  • Beim Backup mit rsync vergiss nicht den Schlüssel --delete, falls du Verzeichnisse synchronisieren und überflüssige Daten auf der Zielseite löschen möchtest.

Jetzt bist du mit dem Wissen ausgestattet, um Festplatten sicher zu verwalten, einzubinden und die Datenintegrität durch Backups zu gewährleisten. Und das Beste daran – du kannst selbstbewusst erklären, warum du eine neue Festplatte auf deinem Schreibtisch hast und wieso du sie formatierst. 😉

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